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Arnos Reisetipps

Arnos Tagebuch

Der Reisebericht wurde uns freundlicherweise von einem Urlauber aus Krefeld/Deutschland zur Verfügung gestellt. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für den Reisebericht bedanken. Wir glauben, dass er allen Islandreisenden die richtigen Eindrücke vermittelt und wertvolle Tipps mit auf den Weg geben kann.  Die professionellen Fotos zu seiner Fahrt finden Sie auf der Seite "Reisetagebuch"


25.7.2010/51 162 Meilen/ ca. 140   Übernahme bei Meilen:  m 51037
Abflug Düsseldorf, 7;30
Ankunft in der Frühe in Keflavik, ca. 10h Ortszeit


Autoübernahme bei der JS-Autovermietung, Einweisung in Radwechsel, Gasanlage, sonstige Besonderheiten
Von der Küstenstraße 425 geht es sofort nach und durch die Halbinsel Reykjanes, erster Halt an der Südspitze, Reykjanestá , schöner Leuchtturm, Vogelinsel an Küste vorgelagert, Rumpelpiste 140 Meilen; Halt an der „kochenden Erde, zischendes, fauchendes Heißwasser bzw. Dampf,  blubbernder Lehm, Wolken und Dampf gehen ineinander über.; selbst der Boden ist heiß unter den Sohlen; 80-100 Grad; Geruch von faulen Eiern, aber dezent.
Weiterfahrt über Grindavik, an der „Blauen Lagune“ vorbei Þorlakshöfn, Küstenstraße 42 nach Norden Hveragerði Rast, dann über die 360/36 nach þingvellir, Umrundung des riesigen Sees þingvallavatn , Rast an denkwürdiger Stätte; Spaziergang zum Lögberg, aufgeschichtete eurasiatische/nordamerikanische Platte, vorbei am  Ertränkungs-„Gumpen“, aufwärts zum Wasserfall: Campingplatz im Naturpark þingvellir, nach Aufbau, Bettenbau und erstem Abendessen auf fremdem Terrain  -prima Rührei,  Übernachtung  im Campingaufbau, etwas völlig  Neuartiges! Ruhige Nacht, bei eingeschalteter Heizung, tuckerndem Gasbrenner, Aufstehen um 6:30h, es hatte geregnet:, Duschen im Nationalparkgebäude,

2. Tag  26.7.2010/ 51 162 M/


Abfahrt zum Stokkum-Geisyr, eindrucksvolles  Gluckern und zischendes Dampfen allgegenwärtig, Eruptionen am laufenden Band; weiter zum Gullfoss („Güt`lfoss“) sagenhafte Wassermassen stürzen nach 90-Grad-Schwenk in die Tiefe, unglaublich großartige Natur, bereits gehen hier zum ersten Mal die Superlative aus!  Nach heftigen scharfen Wind und Dauerberieselung durch aufsteigende Wassernebel und Gischt schmecken Kaffee und Kuchen besonders gut; weiter nach Südost. Der kurze Abstecher zum Háifoss war sehr beschwerlich, Fahrt durch völlig aufgeweichte Steingeröllfelder, nach 3 km –man sieht den Wasserfall bereits- brechen wir – heftig durchgeschüttelt, trotz Tempo 7 km/h  ab!
Wir fahren im Hochland ab –Tankstelle  Hrauneyjar („nächste Tankststelle in 248 km“) nach Süden, plötzlich  atemberaubende Landschaft aus Stille und Schwärze, einfach: Mondlandschaft, nahezu ohne Vegetation. Danach viele Km Lavafeld, teils mit dickem Moospolster  ausgestattet, bizarre Lavaformationen und schwarz-grünen und grün-schwarzen Bergformationen( begrünte schwarze „Kohleberge“, dann, als wäre schwarzer Sirup über den grünen Hang geflossen ); auf schwierigster Piste geht es weiter Richtung Landmanalaugar, unterwegs auf unbefestigter Schotter-Rüttelpiste geht es an malerischen Bergformationen entlang (s.o.).
Endlich kommen wir an, nein, an einen Fluss, etwa 500m vor dem Tagesziel, Landmanalaugar, Talende, Endstation, Campingplatz mit Holzhaus! Beim Versuch zu furten, bekomme ich Probleme: Als der Wagen bis zur  Karosserie im Wasser verschwindet, bekomme ich Angst, Rückwärtsgang rein und dank Allrad wieder an Land. Nach mentaler Fokussierung geht es dann doch, danach ist es geschafft. Dann sofort  in die Badehose und ab in den dampfenden Fluss,  eine unglaubliche Sache, außen ca. 7 Grad , Wassertemperatur 40 Grad.  Übernachtung bei völliger Stille, man kann die Lautlosigkeit hören!

3. Tag/ 27.7.2010/ 51 296 Meilen / 51 396

Abfahrt in Landmanalaugar, zuvor ein Frühbad in dem warmen Fluss, ein absoluter Höhepunkt meiner Badekultur! Und das Ganze in unbeschreiblich schöner Berg- und Vulkankulisse.
Wir furten zweimal und kommen an die erste Abbiegung nach unglaublicher Panoramasicht auf ruhenden  See Vulkanberge in ganz, verschiedenen Farben zwischen Schwarz und Rot. Dann ein 360Grad-Panorama, „Paradies“,  eine völlig zutreffende Kennzeichnung, Gänsehaut pur, der Mund bleibt offen.   Danach südliche Route nach Ost-Südost, wilde Berge auf weicher schwarzer Sandpiste.  Wieder  furten, dann der Schock: Von malerischem Farbenspiel in die absolute Trostlosigkeit: Ca. 15 km im totalen Schwarz und das bei plötzlichem Nieselregen, die Rückseite und Flanke der HEKLA! Ein deprimierendes „Kohleabbaugebiet“, weiter durch riesiges Lavafeld, Staubpiste,  Tanken, wir fahren nun südlich Richtung Bakki, zuerst Flugplatz, dann Suche nach Campingplatz, wir werden erst nach Richtungswechsel NORD fündig am Seljalandfoss; wieder ein, nein drei Wasserfälle, wir fahren am Dritten in die endgültige Parkposition, direkt am Wasserfall. Wir wandern ein Stückchen zum Hauptfall, 40 m freier Fall, sehr beeindruckend, ich klettere sogar dahinter, was sich total gelohnt hat: Siehe Fotos. Nach malerischem Sonnenuntergang geht es zurück zum Wagen, voller Eindrücke, die verarbeitet werden wollen; dann kommen die Lammkoteletts auf den Grill, Romantik pur!

4. Tag 28.7.2010,         m51296/ 51 396, abends 51 543 m


Nach Übernachtung am Seljalandfoss am Fuße des Eyafiallajökuttl, Sonnenaufgang und Wasserfall, sehr eindrucksvoll! Abfahrt, wir wollen nach Bakki, dem neuen Fährhafen zu den Vestmannæyjar-Inseln, aber vergebens! Keinen Platz auf der Fähre, frühestens erst nach 4 Tagen, Grund: wochenlang ausgebucht, weil man das Fest der Feste, Bankerfest/Fest der Kaufleute auf den Vestmannæyjar begehen wollte!
Außerplanmäßige Änderung: Rundreise wird fortgesetzt  von Südwest nach Südost! Erste Station: Skógarfoss , 66 m freier Fall, gigantisch, vor schwarzem Untergrund; 350 Stufen bis zur Wasserkante, da wird man ganz klein aussehen und so etwas wie Ehrfurcht kommt auf. ! Herrliche Grünflächen in allen Variationen, von oben gesehen, wir sind nahezu alleine!
Über „Schüttelpiste“ zurück zur „1“, der Ringstraße. Es geht nach Vig,, ein winziges Nest mit Kirche und Tankstelle, Imbiss Fast Food, ob das so gesund ist? Aber was gesund ist: Wir kaufen die ersten Wollpullover in einem speziellen Laden (      ) , tolle Produkte, guter Einkauf, wie gut, erfahren wir est viel später nach einer langen Liste von Vergleichen, Wenn dann noch die Ust erstattet wird?  
Ich entschließe mich zur Weiterfahrt, ca. 100 m entlang und durch riesige trostlose Lavafelder,  auf eine Strecke von gut 30 Meilen ist es nicht zu übersehen: Spuren des jüngsten Ausbruchs des Eyafiallajölulls, schwar überzogene, teil  dürftige Vegetation, die Spuren finden sich auch in der Nase: Schwefweldiooxid!  Selbst auf der „1“/Ringstraße werfen wir auf zig Km eine schwarze Staubwolke auf und hinter uns her.
Ein unwahrscheinlicher Schwarz-Weiß-Kontrast der sich in den wenigen Sonnenstrahlen spiegelnden „Sandurs“, dann kommen sie endlich in Sicht, die schmutzig grau-weißen Gletscherzungen des Vatnajökulls. Wir nähern uns Skaftafell, dem Ziel der heutigen Etappe, wir finden unseren Platz auf dem Campingplatz des Nationalparks, essen gemütlich: Fischtag, Krabben, tolle Forelle,  mitgebracht von Landmanalaugur/Lager aus dem Gebirge;
Nach anstrengender Tour, M 51 543, fotografiere ich um 0:15h mit 1/60 Sek bei offener Blende!

5. Tag 29.7.2010,         51 543 m Start, am Ende 51630

Übernachtung im Skaftafell-Nationalpark, gut, dass es eine Heizung im Campingwagen gibt!
Erste Wanderung in der Frühe, es geht durch üppige Vegetation zum Fuße des Skaftafellsjökull. Kaum zu glauben, was in dieser Oase die Natur an Fauna und Flora aufzubieten hat.
Bei der anschließenden zweiten Wanderung geht es steil bergauf, Richtung Hinterland,  zum Svartifoss. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir einen Kessel, in den sich der vom Svartfoss kommende Schmelzwasserfluss  in üppiger Vegetation hineinstürzt. Wir erreichen nach einem weiteren Aufstieg eine Hochebene mit teils atemberaubenden Ausblicken in die Sandur-Landschaft des Südostens
Danach geht es wieder aufwärts, eine wunderschöne Wanderung, tolle Kulisse, Berge, Hochgletscher nur leider allzu oft auch Wolken. Es ist eine unglaubliche Stille, wie man sie sonst nur selten genießen kann. Plötzlich ein langgezogener Piepton; irgendwo muss er sein, auf dem Heideboden, denn kein Baum ist zu sehen.  Nach einigen vergeblichen Ortungsversuchen (oder ist es doch eine Amphibie), entdecke ich, ca. 10m vor mir auf einem Stein, von Blaubeersträuchern umgeben, einen Goldregenpfeifer! Ich nähere mich tatsächlich auf dem Bauch bis auf drei Meter (mehr wollte ich dem Piepmatz auch nicht zumuten, er hatte keinerlei Angst, aber da bemerke ich es erst, dass er immer wieder auf ein entferntes Echo reagierte! Vermutlich geht es auch hier um Platzhirschverhalten, aber wie so oft: im Kleinen liegen die Wunder dieser Erde. Trotz geringer Brennweite gelingen mir ein paar Schnappschüsse von dem bestens getarnten und auf den Hintergrund abgestimmten  Federkleidträger.
Nach dem weiteren Abstieg geht es nun per Auto nach Ost/Nordost, wir suchen noch einen geeigneten Campingplatz mit Whirlpool im Freien, wollten dabei auch einen Tag rasten, da noch eine geführte Gletscherwanderung, Ausgangspunkt Skaftafell-Nationalpark, sich spontan in die Reiseplanung eingeschlichen hatte, aber dann setzen wir mangels schöner Unterkunft die Reise fort, es geht nach ein paar Fotostopps an Gletscherfüßen direkt zum vielleicht beeindruckendsten Naturereignis auf dieser wunderschonen Insel: Jökulsárlón. Wir kommen noch gerade rechtzeitig am Nachmittag, um auf einem Amphibienfahrzeug einzuchecken, aber bereits die Zufahrt zu Jökulsárlón war ein Erlebnis. Die Außentemperatur fiel binnen weniger Kilometer vom zweistelligen Wert auf 4 Grad ab. Riesige eisbrocken schwimmen an uns vorbei zum nahen Nordatlantik, dazwischen schreiende Möwen und da, da schwimmt doch jemand, nein zwei, doch schnell wird klar, es handelt sich um jagende Seehunde zwischen dem Eis.
Man fischt einen Eisblock heraus, 100 Jahre soll er sein, ein Kunstwerk der Natur, das in kleinen Einheiten zerteilt, auf der Zungen zergeht.
Tief beeindruckt fahren wir nach einer heißen Schokolade weiter nach Höfn; viele Fotohalts, Schafe auf der Ringstraße, Singschwäne mit Nachwuchs, Achtung Rentiere-Schilder auf 30 km; Ankunft in Höfn, tolle Hafeneindrücke, guter Campingplatz, Fast Food am Abend und wir fallen in die Koje.

6. Tag 30.7.2010        51630m Start, am Ende 51808


Höfn, Hafenimpressionen am Morgen; Briefmarken von der Post, Geld von der Bank und Supermarkt-Großeinkauf bei netto. Wir decken uns ein mit allem, was der nordischen Küche entspricht: Salate (Schrimps, Lammfleisch, Walfleisch etc. ) Vorsorge für den kommenden Feiertag.
Abfahrt nach Nord-Ost, Allmannaskarð-Pass, teils schlechter Straßenzustand, typischer Unfall unterwegs, mehrfacher Überschlag, 35m Böschung, es geht zunächst über die „1“  Richtung Djúpivogur, ein malerische Ort am ersten Ostfjord, bei köstlichen Spezialitäten (Kaffee und Waffeln mit Pflaumenmus und Sahne) im MuseumsCafe(vor 18 Hundert)
Nach ausgiebiger Pause fahren wir weg von der Ringstraße auf die 939 in nördliche Richtung. Das Wetter ist diesig, von Meereshöhe steigen wir schnell auf 1000m, die gefährlichste Strecke überhaupt, die Blindhedir mit  fast 90 Grad-Drehungen in der Spitze,  Steigungen von 17%,  abenteuerliche Klamme, gefährlich, weil der Untergrund völlig unterschiedlich, aufgeweichte Wege, Nebel oder  sind es die Wolken?
Wir fahren weiter noch Nord auf die „1“, schwenken dann nach Westen und übernachten auf dem Campingplatz Skjöldólfstaðir. Ein unscheinbarer Ort am Ende der Welt, mit uns campiert nur noch ein schweizer Ehepaar, aber kaum zu glauben, ein beheiztes Bad und ein Whirlpool (45Grad) im Freien bei einstelligen Temperaturen. Ein Bad noch vor dem wieder einmal äußerst schmackhaften und kreativen Abendessen um 21 Uhr!

7. Tag 31.7.2010        51808 m Start, am Ende 51 926 m

Abfahrt in Skjöldólfstaðir nach sehr kalter Nacht, vorher ist noch Aufwärmen im Whirlpool angesagt, welch ein Start in den Tag. Wir fahren bald von der Ringstraße ab, nach Norden, die 864 Richtung Dettifoss. Eine furchtbare Holperstrecke, zunächst 30 km, dann sind es doch 40; schon von Weitem sehen wir die Wassernebel des Dettifoss, dem wasserreichsten Fall in Island. Unglaubliche Mengen an Wasser stürzen sich wild in die Tiefe; der Gullfoss war schon sensationell, aber direkt am Ort des Geschehens, ohne jegliche Absperrung stehen wir und staunen, es übertrifft unsere Vorstellungskraft. Danach nur etwa einen Kilometer kommt der Hafraglisfoss, ein wunderschönes Canyon!
Es klappt, denn schon um 15:15h sind wir in diesem malerischen Fischerhafen angelangt. Sofort suchen wir die beste Möglichkeit zum einchecken und die finden wir: Statt 3 Stunden Fahrt mit Motorboot fahren wir einem Schoner, zwei mächtige Masten und viel Segelwerk. Wir steigen in die Überlebensanzüge (Trockenanzüge, innen Neopren, außen wasserdichte Haut + Trillerpfeife), na, jetzt ist es nicht mehr zu kühl, und wir dichten uns restlos ab!  Von 16:00h bis 20:30h fahren wir raus, zunächst unter Motor, auf dem Rückweg später unter Segel, es ist die erste kommerzielle Fahrt seit Auslieferung von Dänemark, mit nur wenigen Passagieren geht es in Richtung Polarkreis. Kaum zu glauben, aber jede Menge Minkwale, sie tauchen direkt um das Boot, dann Wasserfontänen der größeren Arten weit draußen. Und dann tauchen plötzlich die Weißkopfdelphine, die größten Delphine,  auf. Ein junges Tier, in Handreichweite und dann wohl die Mutter. Zunächst vor dem Bug, wie eine schwarz-weiße Kuh gefärbt, dann beim Herausspringen aus dem Wasser Aug in Aug blicke ich in ein das Gesicht eines neugierigen, sehr interessiert beobachtenden Begleiters. Andere jagen nach den Fischschwärmen, tauchen auf und ab, für manche ist das ein klares Spiel. Ein wunderschönes Schauspiel der Natur. Warum habe ich nur das Walfleisch im Supermarkt probiert, es kommen mehr als Zweifel auf...Wir fahren dicht an die Insel Lundey (Vogelparadies), und beobachten unzählige Papageitaucher; einfach toll, was die kleinen niedlichen Tierchen so alles können.

Erschöpft, aber mit ungeheuer vielen neuen Eindrücken schaffen wir es in unseren Campingwagen, suchen nach       2 km den Übernachtungsplatz, verabreden uns noch mit JS-Autovermietung für den nächsten Tag, Koordinaten und Treffpunkt werden laut Karte festgelegt, um ein anderes Auto zu übernehmen (hatten immer mal wieder Probleme mit Elektronik). Christine überrascht mit isländischer Küche, Hummerschwänze bis zum Abwinken, gleich nach dem Abendessen schlafen wir sofort erschöpft ein.

8. Tag 1.8.2010         51 926 m Start, bei Übergabe am  späten Vormittag 51 996m; Übernahme mit 123 476 km  und abends: 123 501km!


Húsavik, vor Abfahrt Besuch des Walmuseums; sehr eindrucksvoll, auch die guten Beschreibungen sind sehr informativ, Wir checken noch das Wetter für die folgenden drei Tage dank Internetzugang und entschließen uns, auf dem Weg nach Südwest, 2 Tage später, die Hochlandpiste zu nehmen.
Húsavik Hafen, malerische Impressionen bei schönstem Wetter, wir fahren über die 87 Richtung nach Reykiahið am Mývatn-See. Unterwegs in Hólassandur ein Geysir, direkt "hinter dem Haus", kleiner Spaziergang zur fauchenden geothermischen "Zapfstelle" mit Gewächshäusern.
Mývatn, welch ein Anblick! Ein malerischer See, umgeben von interessanten Bergformationen, Blubberquellen überall, eine andere Welt! Zuerst geht es nach Krafla, an einem blauen See entlang, überall dampft und zischt es, anhaltender Schwefelgeruch in der Luft; wir fahren das geothermische Kraftwerk an. Imposant, pragmatische Lösung in freier Natur. Ein Farbenspektrum, wie noch nie und dazu blauer Himmel mit gut strukturierten Wolkenbildern.  Hoch oben ein wunderschöner Kratersee, lädt zur Wanderung ein, jedoch die Zeit drängt, bald ist die Übergabe des Autos terminiert. Die findet statt an der sog. "Kleinen blauen Lagune", ein sehr gepflegtes Freibad. Nach knapp einer Stunde mit tatkräftiger Unterstützung erfolgt der Umbau der Campingeinheit auf den neuen Dodge und schon geht es weiter im  Mývatn-Land: Dimmurborgir, bizarrer geht es nicht! Ein mehrere Qkm-großes Gebiet lädt zur Wanderung ein, auf verschlungenen Pfaden staunen wir über die im Durchschnitt etwa 15-25 Meter hohen erstarrten Lavaformationen, eine Höhlenkirche, Köpfe, Gesichter und kreisrunde Öffnungen. Bei unterschiedlichem Licht, von vorne, von hinten, immer ein neuer Eindruck, ein Land der Kobolde, Trolle und Feen! Leider wird die Wanderung zum gigantischen Krater im Hintergrund nicht mehr möglich sein, denn es geht bei Sonnenschein in den Abend hinein. Am Eingang des fragilen Naturparks essen wir -natürlich "Forelle vom Mývatn-See", ein Genuss , und dann die unglaubliche Aussicht auf den See und Umgebung, ein Farbenspiel, wie es nur die untergehende Sonne ermöglicht, ein Foto folgt dem nächsten....
Wir finden aufgrund des Feiertags nur wenige Einstellmöglichkeiten auf den zwei Campingplätzen, fast wegen Überfüllung geschlossen, wir entschließen uns, "wild" zu campieren und suchen auf dem westlich vom Mývatn-See verlaufenden Weg eine günstige Stelle in der "Prärie". Auf dem Weg dahin ständige Halts, mitten auf der Straße, um das unglaubliche, nicht beschreibbare Schauspiel der untergehenden Sonne zu beobachten. Auch vielen Besuchern geht es so, man sieht nur ungläubiges Staunen in den Gesichtern. Deutlich nach Mitternacht, die Sonne geht nicht vollständig unter, fallen uns die Augen zu, direkt von der Schlafkoje aus sehen wir in die unvergessliche Abendstimmung, von der Ferne kommt eine quer über den See verlaufende Wolkentsunami auf uns zu, ca. 100 m hoch verdunkelt sie später für eine kurze Zeit das Panoramabild in ein noch mystischeres dramatisch wirkendes Bild. Wir werden plötzlich wach, gleißender Sonnenschein, diesmal um 90 Grad weiter, durchdringt unsere Behausung und wir erleben den Sonnenaufgang um ca. 3:30h als Fortsetzung des Abendprogramms.

9. Tag Mo, 2.8.2010        123 501 km Start, am Ende 123 744 km  (Volltanken bei 123 625 km in Akureri)

Der Tag beginnt nahtlos (s.o.); vom Mitternachtsfoto -man kann von diesem Wunder-Panorama nicht genug kriegen- geweckt durch den Schrei der Wildgänse oder waren es Schwäne? Ein heftiger Wind kommt auf, weiterschlafen, jetzt bis 9:00h; Kaffee und Frühstück, danach fahren wir ca. 6km (nördlich) zurück an die KleineBlaue Lagune. Wir sind fast die ersten, fast die einzigen Gäste um diese Zeit und versenken uns in wollig warmem kieselgurgeprägtem Großpool. Warm bis sehr warm, man kann je nach Lage alles genießen, ein ständiger Geruch nach Schwefeldioxyd, man gewöhnt sich schnell daran und er ist auch nicht so störend, wie man vielleicht vermutet. Ein wunderschönes Panorama aus dem warmen Nass, Riesenkrater, dampfende Berge und der Mývatn-See. Nach über 90 Minuten verlassen wir das "seidenweiche" Nass. Wir überlegen, ob wir nicht kurzfristig die Planung ändern, um noch einen Tag vor Ort zu bleiben, aber mit Blick auf das "Restprogramm" fahren wir schweren Herzens ab. Zunächst noch ein Besuch in der von der Lava als einziges Bauwerk verschonten Kirche in Reykliahið, und dann der Halt, zwar zu früh, aber dennoch ein MUSS im "Kuhkaffee im gleichen Ort: Wir genießen warmen Blaubeerkuchen und heiße Schokolade, ja auch mit Sahne, frisch von den Kühen, die durch Glasscheiben vom Gastraum getrennt die Besucher beobachten. dann noch, man sollte es probieren, eine Art "Calzone", ein Eierpfannkuchen, gefüllt mit Köstlichkeiten, wie Käse, Schinken, bitte einmal mit zwei Bestecken! Wie überall junge Leute, die professionell und super freundlich bedienen. So gestärkt geht es nun endlich an der Südseite des Sees entlang weiter. Schon bald wieder der erste Halt: Eine 20-minütige Wanderung zu sieben kleinen Kratern; von oben ein wunderschöner, ganz anderer  Ausblick auf den Mývatn-See. Wie schon öfter, das Wetter schlägt plötzlich um, Sonne weg, Wolken sammeln sich an (spätestens jetzt ist sicher, dass wir nicht noch einmal umkehren, um noch einen Tag zu bleiben, ein guter Entschluss).
Wir fahren nun durch bis nach Akureyri, die größte Ansiedlung/Stadt im Norden. Auf halbem Weg über Einarsstadið zum Goðafoss, wieder ein sehr beeindruckender, nicht wegen der Höhe, sondern seines wilden Gesamteindrucks schönen Wasserfall. Trotz heftigem Wind und Aussicht auf Regen fahren wir weiter, an das Ende des Eyiafiörður über den Fjord nach Akureyri in die sog. Altstadt; darf es erwähnt werden: wunderschönes altes Kaffeehaus, proppenvoll mit Alt und (teils sehr) Jung, trinken tollen Kaffee und ..... essen Blaubeerkuchen! So gestärkt tanken wir nochmals voll und fahren zunächst nach Nordwest, schwenken dann auf Westrichtung, teils auch Südwest, es geht sehr gebirgig fast nur noch aufwärts. Wir fahren bei sehr bedecktem Wetter und sehnen uns nach einem Campingplatz. Irgendwo auf der Ringstraße, war es Miklibær?, kein Ort zum Übernachten, trotz Campingplatz, wir wären auch die einzigen Gäste. Also fahren wir noch ein gutes Stück über die „1“ (Ringstraße) nach Varmahlið und Vatnsskarðpass, wir biegen auf die 732 nach Süden ab, und sind nach einem Kilometer am Ende der Welt nach Bolstaðarhilð und übernachten, völlig erschöpft, aber auf einem Campingplatz, schön gelegen am Fuße des Vatnsskarðpasses, allerdings fast die einzigen Gäste. Es regnet, es ist neblig, aber da es nicht richtig dunkel wird, lädt die Umgebung, eingetaucht in ein eigenartiges Licht, zu einem kurzen Fototripp ein. Wir haben Strom gebucht, überspielen alle Fotos, das Ladegerät arbeitet unermüdlich. Fischfrikos und der obligatorische Absacker müssen dann auch noch erwähnt werden.

10. Tag Di, 3.8.2010        123 744 km Start, am Ende 123 967 km


Abfahrt von der 732 auf unbefestigter Piste geht es Richtung F35 quer durchs Hochland nach Südwesten. Nach 15 km, so schlimm ist die Rüttelpiste gar nicht, entdecken wir ein Pumpspeicherwerk (720 m Höhe, 24 km Zuleitung zum 54 qkm großen See. Für eine Besichtigung fehlt die Zeit, aber informative Hinweisschilder sind ein guter Ersatz. Nun geht die richtige Holperpiste so richtig los! völlig durchgeschüttelt, geschüttelt, nicht gerührt, kommen wir nur langsam auf der 190km langen Strecke voran. Es ist kaum zu glauben: Wir sind an diesem Tag insgesamt nur ganz wenigen Autos begegnet, stundenlange Alleinherrschaft über die Straße (Wer beherrscht wen?), aber es begegnen uns Radfahrer !!!, die sich mühsam durch jede Vertiefung und Unebenheit vorwärts kraxeln. Endlich, in der Ferne auf kargem Hochland sehen wir Wolken, sie steigen nach oben, nein, das ist Wasserdampf, der aufsteigt, wir sind in Hveravellir Kjölur angekommen. Eine Oase? Überall blubbert es, zischt es, dampft es, HeißwasserGeysire speisen einen natürlich aufgestauten Whirlpool ; was kommt zuerst: Fotografieren oder der Wunsch nach einem Bad im warmen Hotpot? zuerst die "Arbeit": Sinterterrassen, wie in Pamukale/Türkei, nur in Miniatur, kleine grüne Wiesenstücke mit tollen Pflanzen, Schafe- wie überall-  als Zuschauer. Dann geht es in den Pott: man möchte nur noch genießen und man möchte nicht mehr aus dem Wasser. Ein schönes Intermezzo aber auf dem Parkplatz: Ein duftender, hervorragender Kaffee, frisch gebrüht und die mitgebrachten Zimtschnecken lassen uns wohlergehen.
Nun sind es nur noch 144 km bis zum Gullfoss, davon nur noch 120 km auf der Rüttelplatte: Eine extreme Belastung für Mensch und Maschine, vor uns in Südrichtung bahnt sich ein kleines Islandtief seinen Weg, hinterlasst eine nasse Fahrbahn, die sich im aufkommenden Sonnenlicht als doppeltes Lichterband spiegelt. Schön zum Ansehen, aber die Fahrt wird nicht einfacher: Um das Rütteln halbwegs erträglich zu machen, darf die Geschwindigkeit nicht zu weit absinken, Schlaglöcher und davon gibt es unzählige, sind nun nicht mehr zu erkennen. Dabei ergeben sich massive Schläge, wenn das eine oder andere Wasserloch doch tiefer war, als man vermuten konnte. Die einspurigen Brücken sind aber sicherheitshalber nur unter Schritttempo zu meistern, scharfkantige Absätze der meist aus Beton gebauten Brücken dürften so manchen Reifen erledigt haben, ein zu hohes Risiko! Es vergehen die Stunden, die zurückgelegte Strecke wächst nur langsam an. Allzu häufiges Absinken auf Schrittgeschwindigkeit, teils unebene weiche Untergründe, aber zum Glück haben wir Allrad.  Dagegen ergeben sich nach rechts und links wunderschöne Ausblicke auf die Gletscherlandschaften des Hofsjökull und des Langjökull mit seinen Gletscherzungen und -seen. Riesige Dimensionen, das bedrohliche Wolkengebirge vor uns, Regenbögen hinter uns, auch die Urkraft der Natur hat ein Gesicht. Ganze 15 Autos begegnen uns auf diesen 140 km. Endlich, am Gullfoss angekommen, haben wir kein Bedürfnis, den imposanten Wasserfall erneut aufzusuchen. Wir machen es von der Wetterlage und der Sicht abhängig, was dagegen sprach. In Geysir angekommen, wie wohltuend sind doch befestigte, gut ausgebaute Straßen, entdecken wir einen Schaden: Eine

Hauptbefestigung des Camping-Aufsatzes war weggesprengt worden, es muss wohl bei einem der Schlaglöcher passiert sein. Wir treffen unseren Herrn P. wieder, der hilfsbereite Motorradfahrer von Landmanalaugar, man sieht sich halt eben immer zweimal im Leben. Nur langsam fahren wir weiter nach Laugarvatn zum Campingplatz. Zuvor warten wir noch 2-3 Ausbrüche des Strokkur-Geysirs ab. Der Campingplatz, einfach aber schön am Fuße eines Berges bietet warmes, geothermisches Schwefelwasser zum Duschen. Ein leckeres Abendessen, Lammkoteletts und Salat lassen den Tag erfreulich beenden.

11. Tag Mi, 4.8.2010        123 967 km Start, am Ende 124 232km; Tankstop bei km 124 046km/74,1 Liter!

Abfahrt von Laugarvatn über þingvellir -strahlend blauer Himmel am þingvellir-See-  nach Mosfellsbær/Reykjavik; der Entschluss steht fest, der Campingaufbau muss repariert werden, da bei Starkwind oder Böen die Straßenlage nicht mehr gegeben scheint. Wir suchen nach einem großen Spanner, auf Papier gezeichnet, konnte auch jeder erkennen, worum es sich handelt, aber eine englische oder isländische Bezeichnung zu finden, gelang nicht. Großes Bedauern,  wo auch nachgefragt wurde, Hilfsbereitschaft, aber es blieb nur der Ausweg, Richtung Reykjavik zu fahren, um vielleicht in einem Baumarkt fündig zu werden. In einem solchen gab es tatsächlich Spanner, nur etwas kleiner, aber die komplette Materialsammlung, d.h. ein Sortiment aus schwerer Kette, 2 Schlegel, 1 Spanner und Alternativen, wie bekommt man das zum Ausprobieren auf den Parkplatz, ohne vorher zu kaufen? Kein Problem, ohne großes Aufsehen lässt die Kassiererin -ohne jegliche Absicherung, wie Namen, Ausweis o-ä. - den "Handwerker" aus dem Laden gehen, als auch noch entsprechende Werkzeug benötigt wurde, stellte dies ein mithelfender Verkäufer (Neuware aus dem Regal) zur Verfügung! Einmalig, für 900 isl. Kronen/ca. 6.-€ war das Problem gelöst, pragmatische Lösung auf Isländisch!
Nun geht es planmäßig weiter nach Norden, der Küste entlang, durch mautpflichtigen Tunnel vor Akranes unterqueren wir den Hvallfjörður und sparen knapp 80 km (Route 47)ein. Weiter geht es nach Borgarnes,  hier wird der Borgarfjörður auf einer eindrucksvollen Brücke überquert und auf dem weiteren Weg über die 54 an der Südküste entlang zur Halbinsel Snæfellsnes: eine Traumkulisse, links das Meer, rechts tolle Berge mit teilweise wolkenverhangenen Gipfeln, ein ständiges Anhalten zum Fotografieren, wieder Regenpfeifer vor uns auf der Weide, man sieht die gesamte Südküste als Panorama, der Snæfellsnesjökull mit Kegelvulkan (Jules Verne/"Zu dem Mittelpunkt der Erde"), dann Halt in Búðir, Weiterfahrt zum Tagesziel: Arnastapi am Ende der Südküste! Schön gelegener Campingplatz, Rezeption im Grassodenhäuschen, allerdings einer der wenigen Campingplätze mit "nur" kaltem Wasser. Es ist schön etwas später, dennoch erfolgt nach Cappuccino in der Sonne eine ausgiebige Wanderung zu dem Hafen und den Klippen. Auf dem Weg zur malerischen kleinen Hafenbucht geraten wir in eine Kolonie von Seeschwalben, in der irrigen Meinung, "die fliegen jetzt gleich weg". Fehleinschätzung, was da so vor sich hin wackelt, sind viele Jungtiere, die teils noch gefüttert werden, gleich groß wie die Elternvögel. Und diese sehen die Gefahr und verteidigen in beängstigenden Flugmanöver den Nachwuchs!  Wieder etwas gelernt.
Im Hafen, die letzten Boote einer Flotte von ca. 20 Booten/Kleinschiffen kommen an und ein geschäftiges Treiben beginnt: Kübelweise wird überwiegend Kabeljau an Land gehievt,  sehr, sehr interessant und viele Fotos. Steile Klippen und Grotten beherbergen unzählige, den Nachwuchs fütternde  Möwen, malerische Küste, aber nicht ungefährlich, wenn man sich an die Möwennester heranpirscht.
Zurück im Campingwagen gibt es herrliches Lammfilet, der letzte Bick vom Bett aus gilt der Südküste, diesmal von der westlichen Seite.

12. Tag Do, 5.8.2010        124 232km Start, am Ende124 531 km;  Tanken bei km 124 349/65 l


Abfahrt von Arnastapi, um die Südspitze herum nach Norden; der Jule-Verne-Vulkan ist ungnädig: er ist und bleibt ab etwa 1000m bedeckt! Westlich 574 tauchen plötzlich einige Vulkankegeln auf, wir steigen zu dem schönsten auf, schwarz wie die Hölle, kaum Vegetation, letzter Ausbruch vor ca. 400 Jahren. Über Hellisandur, Riesenantenne von ehemals strategischer Bedeutung, geht es über Rif nach Ólafsvik mit Spitzkirche, Brötchenkauf und  Hafenimpresionen, weiter über die 54 vorbei am Grundar jörður; wunderschöne Küstenstraße, plötzlich wird schwarz-grün abgelöst von einem breiten Spektrum an Brauntönen. Wir nähern uns Stykkishólmur. Impossanter Hafen mit historischen Holzhüsern, wir essen Fischsuppe und Lobster, alles vom Feisnten, für relativ wenig Geld! Oberhalb der Stadt ein altes Halbrundgebäude, wo die amerikanische Künstlerin Rina Horn ( Rina Horn-Haus) als Hommage an Island für jeden Gletscher Islands eine eigene Wassersäule installiert hatte, die prächtige Verfälschungen in der Optik boten. Eine tolle Sicht zum Hafen, besonders durch die Lichteffekte s.o..  Im Restaurant essen wir eine vorzügliche Fischsuppe und (!!!!) Isländischer Hummer, welch` ein Genuss!   
Wieder kaufen wir drei Mützen, eine für unseren zukünftigen Enkel, niemand soll es vorher erfahren!
Nun geht es an der Nordküste weiter, die Wetterlage verschlechtert sich, so mancher Fjord wird total umfahren mit  teils wunderschönen romantischen Ausblicken. Dann geht es an Skogarströnd Richtung Süden, 30 mKm Fahrt über eine Nebenstrecke, immer noch wunderbare Magma - und Lava-Formationen, endlich sind wir wieder auf der Ringstraße. Wir fahren Richtung Borgarnes zurück und wenden uns in Borgarnes in östliche Richtung ab. Voller Eindrücke, muss das jetzt noch sein? sehnen wir uns nach Ruhe und Entspannung. Aber der Weg über Reykholt bis ans Ende des Tales fahren wir auf dem letzen "Drücker" nach   Húsafell und übernachten auf dem dortigen Campingplatz. Ein Campingplatz mit Schwimmbad, drei Becken, einmal fast 50 Grad, im zweiten gute 40 Grad und ein Drittes zum Abkühlen von weniger als 40 Grad. Man tauscht sich schnelle aus mit anderen Gästen/Schweizer und genießt nach erheblicher Strapaze den Tagesausklang. Resteessen als Abendessen, so geht es auch!

13. Tag Do, 6.8.2010        124 531 km Start, 124 678 am Ende


Übernachtung in Húsafell,am Fuße des Eiricksjökull, Weiterfahrt und Besuch einer Künstlerniederlassung, tolle Steinskulpturen und dann sofortiger Halt am Hraunafoss, ein Wasserfall der ganz anderen Art vervollständigt unsere "Sammlung". Traurig die Sage vom Hraunafoss, wir staunen über das herabschießende Wasser, aber auch über die wunderschönen Lavaformationen am Wasserfall. Leider geht die Sonne weg, die Rückfahrt verläuft über die Nebenstrecke 519 und 517 etwas holprig, aber an einigen Herden wunderschöner Islandpferde muss angehalten werden, die gucken alle so intelligent und neugierig. Kurz vor Borgarnes geht es auf der Ringstraße Richtung Reykjavik. Das Wetter wird hässlich, unglaublich starke Windböen machen die Fahrt schwer: da ist zunächst wieder der Tunnel, von der nördlichen Seite geht es steil bergab unter den Fjord,  2. Teil sehr eng, dichter Verkehr,  drei Tage später liest man zuhause im neuesten ADAC-Heft, dass gerade dieser Tunnel mit mangelhaft bewertet wurde. Ist mir klar, warum.  Es folgen zwei Windwarnungen auf jeweils ca. 2 km und da unmittelbar an der Küstenstraße wurde es wirklich äußerst ungemütlich. Glücklich und zufrieden kommen wir in Reykjavik an, wir fahren den zentralen Parkplatz in der Nähe der neu entstehenden Konzerthalle, wir entdecken Reykjavik zu Fuß und mit Regenschirm. Die Hallgrimskirkja ist das Ziel, wir genießen das Probespiel eines bekannten Orgelspielers, es geht hoch oben auf den Turm und eine tolle Aussicht, trotz Regenwetters ist gewiss. Danach der obligatorische Cappuccino und warmen isländischen Kuchen, schnelle noch ein paar Mützen für die Schwiegertöchter, die bekannte Buchhandlung Eymundsson sehr gut sortiert, u.a. wird das erste Buch  von Laxness erstanden, dann bei Regen total finden wir in unsere Behausung und bereiten uns auf das Treffen mit Inga & Werner vor. Pünktlich treffen wir uns im Café Paris, essen außer Lobster-Salat eine "Calzone"?; danach eine Stadtrundfahrt mit Inga und Werner, weitläufiger Hafen, die Wohngegenden, und fahren dann den stark frequentierten Campingplatz in Reykjavik an. Etwas lauter, aber gut ausgestattet, verbringen wir die letzte Nacht in unserem Wagen

14. Tag Fr, 7.8.2010         124 678 km Start, am Ende  124 780 km

Letzter volle Tag, im Hauptprogramm Reykjavik-Stadt und Umgebung, uns zieht es wieder in die Stadt, auf dem Weg zur Hauptfußgängerzone geraten wir in ein Riesen-Event, die Schwulen- und Lesbenparade, das was man immer schon einmal außerhalb von Köln sich ansehen wollte; allen voran der neu gewählte Oberbürgermeister der Stadt Reykjavik, verkleidet als Frau, nun ja, die Leute hatten Spaß daran. Letzte Einkäufe, wir lassen uns die Mehrwertsteuer erstatten, ein wenig Bürokratie, aber nicht so schlimm, wie befürchtet, genießen wir die deutliche Rückerstattung. Wir fahren hinaus zur Perlan, monumentale Heißwasserbehälter bilden ein neues Wahrzeichen. Hier steht die Heizung für die Stadt, inklusiv der beheizten Fußgängerzone. Uns zieht es nochmals an den Hafen, wir fahren den ganzen Strand entlang und auf Nebenstrecken wird Kurs auf Keflavik genommen. Mit etwas größeren Problemen finden wir zurück an den Übergabepunkt für das Auto, ein letztes Kaffetrinken an Bord, wir übergeben pünktlich und werden zum Flughafen in die untergehende Sonne gebracht; es ist nach 22:00h wir haben noch Zeit, das Einchecken muss aber erst einmal geübt werden: Wir drucken Tickets, aber auch die Gepäckbanderolen selbst aus, geben die Sachen ab und nun konnte es losgehen, wir sind im neuen Tag angekommen, am 8.8.2010 heben wir pünktlich um 0:50h in Keflavik ab; die untergehende Sonne begleitet uns noch lange als rotes Band am Horizont, das dann irgendwo über der Nordsee in die aufgehende Sonne übergeht. Nachtflug einmal anders.  

Nachwort:

Eine wunderschöne, tief beeindruckende Tour , eine Art zu reisen, die für die Reisenden bisher weitgehend unbekannt war,  genau das Richtige, für dieses Land. 959 Meilen, d.h. 1.543 Kilometer mit Wagen 1, dann nochmals mit Wagen 2   1.304 Kilometer, zusammen 2847 km auf Straßen und Wegen, die vielfach ungewöhnlich sind, ungewohnt, anspruchsvoll, auch gefährlich.
Was würden wir anders, besser machen?
Noch mehr aktive operative Vorplanung, d.h. unmittelbar vor Abfahrt Streckenfestlegung durchchecken, ob Strecke befahrbar, ob es besondere Windverhältnisse gibt, die man besser einkalkuliert, ob regionale Wetterkapriolen zu erwarten sind u.ä. Internet für unterwegs, Zugang verschaffen, entsprechenden Stick vor Ort kaufen! Das mitgenommene Laptop reicht völlig aus, bei großem Fotoaufkommen (Speicherung in JPEG und RAW-Format: transportable 2,5-Zoll-externe Festplatte sehr sinnvoll, im vorliegenden Fall waren 40 GB zu wenig, wenngleich mit Improvisation das Problem gelöst wurde.
Multifunktionswerkzeug(e)  mitnehmen (auch der beste Wagen hat schon mal seine Mucken!)
Grundsatz eines Freundes und Islandkenners: "Sobald du eine Tankstelle siehst, nicht auf die Tankuhr schauen, volltanken!!!!"

 



PDF-Download
"Kommen Sie gesund nach Hause!"


Wichtig:
Bevor Sie mit dem Camper auf Tour gehen, sollten Sie sich über die Fahrweise, Verkehrszeichen und Straßenverhältnisse auf Island informieren


Ein Tipp:
Besuchen Sie die Badelagune mit Geothermalwasser und natürlichen Dampfbädern
in Myvatn








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